Wie seid ihr zum Prog gekommen?

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Oxford
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Beitrag von Oxford » Mo 3. Dez 2007, 17:47

und auf "Dark Side Of The Mood" gestoßen
:shock: :wink:

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Beitrag von Oxford » Mo 3. Dez 2007, 18:06

Aber um auch was Produktives beizutragen:

Im Jahr 2000 wurde ich durch einen Freund, der ansonsten nur Metal hört, auf Dream Theater aufmerksam gemacht. Und zwar auf einem Interrail-Trip durch Italien und Griechenland. In Athen haben wir Dream Theater dann live und open air gesehen. Es war die Scenes From A Memory-Tour. Die Platte hatte ich die Tage vorher per Walkman rauf und runter gehört.

Ich war bis dato auch eher auf dem Metal-Trip. Hauptsächlich so Sachen wie Rhapsody, Edguy, Savatage usw. Doch nach diesem Konzert war ich von Dream Theater besessen. Die "Scenes from a Memory" ist nach wie vor mein all-time Lieblingsalbum. Wohl gemerkt: generell, nicht nur von Dream Theater.

2002 bin ich beim Stöbern auf der DT-Homepage auf ein Seitenprojekt von Mike Portnoy aufmerksam geworden. Es spielte das Schlagzeug auf dem neuen Album eines gewissen Neal Morse. Die Beschreibung dieses Albums klang irgendwie total interessant und dann hab ich es mir einfach mal bei Amazon bestellt. Es handelte sich um Testimony. Es hat mich total begeistert!

Ich war neugierig und wollte unbedingt mehr hören. Natürlich hab ich dann Transatlantic entdeckt (von denen ich auch sogar mal gehört hatte), hauptsächlich dadurch, dass Neal auf seiner Testimony-Tour "Stranger in your Soul" gespielt hat. Mir kam das Lied bekannt vor und es hat mich absolut umgehauen. Bis heute würde ich, wenn ich ein einziges Lieblingsmusikstück benennen müsste, wohl "Stranger" wählen. Ebenso war natürlich Spock's Beard direkt im Fokus.

Zeitgleich mit der Entdeckung von Neal Morse habe ich auch Pain of Salvation entdeckt, die ich ca. 2002 als Vorband von Dream Theater gesehen hatte. Als ich Daniel Gildenlöw dann auf der Transatlantic-Live in Europe DVD wiedererkannte, war ich natürlich begeistert.

Transatlantic (bzw. Stolt und Trewavas) war dann auch der Ursprung dafür, dass ich meine Fühler nach Marillion und den Flower Kings ausstreckte. Und spätestens da war ich proggifiziert :wink: Metal war für mich nebensächlich geworden. Mein Geld gab ich eigentlich nur noch für Prog CDs aus.

Inzwischen sind auch die alten Sachen längst in meinem "Repertoire": Genesis, Rush, Yes, Pink Floyd... aber die Erforschung ist noch lange nicht abgeschlossen und ich bezweifele, dass sie es jemals sein wird ;) Zuviel zu kaufen. Zu wenig Geld.

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thomk
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Beitrag von thomk » Mo 3. Dez 2007, 21:51

Die meisten hier sind ja erstaunlich spät zum Prog gestoßen... seid ihr alle noch so jung? *neid' :wink:

Ich habe zunächst viel klassischen Rock und Hard Rock gehört, also zumindest seit den 70ern, wo ich gegen Ende derselben den Konzertfilm "The Last Waltz" von The Band gesehen habe. Seitdem war ich großer Eric Clapton-Fan...

1983 habe ich dann "Owner Of A Lonely Heart" von Yes im Radio gehört und ich war hin und weg... bis heute einer meiner Lieblingssongs. Nach "90125" habe ich mir dann das "Yes Album" gekauft... huch, ganz andere Mucke, aber cool. Danach kam Pink Floyd, Pendragon usw... bis ich 1986 das Video zu "Invisible Touch" im Fernsehen sah. Das war auch ziemlich cool... also Album besorgt und weil es in dem Plattenladen damals nur ein weiteres Genesis-Album gab, nämlich "Seconds Out", auch das noch mitgenommen... aber was war das für Mucke? Das konnte doch unmöglich ein- und diesselbe Band sein? War's aber doch... Mit Beginn meiner Berufsausbildung 1987 habe ich dann einen Kollegen kennengelernt, der großer Genesis-Fan war, und mit dem habe ich dann Tapes ohne Ende getauscht... UK, Van der Graaf Generator, King Crimson, ELP usw. waren die Folge.

Dann habe ich bis zum Jahr 2000 nix mehr mitbekommen... aber dann:

Nach einem Konzert von Yes in der Stadthalle Fürth geschah dann das entscheidende Ereignis: Jemand drückte mir den Promo-Sampler eines Labels names "InsideOut" in die Hand. Damals waren da noch keine vollständigen Songs drauf, aber die kurzen Eindrücke genügten: Da gab's doch neue Bands mit seltsamen Namen wie "The Flower Kings" oder "Spock's Beard", die klangen wie die guten, alten! Tolle Sache... in der nächsten Woche kaufte ich mir "The Flower Kings - Alive On Planet Earth"... und da waren sie: Ja, die neuen Yes waren geboren! Seitdem sind mir insbesondere die Flower Kings ans Herz gewachsen... und im Roine Stolt-Universum gab's ja einiges zu entdecken!

Und es sollte noch besser kommen: Auf Urlaub im Schwarzwald entdeckte ich in einem kleinen Zeitschriftenladen in St. Blasien eine Musikzeitschrift mit ....den Flower Kings auf dem Titelbild! Ich hielt mein erstes "Eclipsed" in Hand! Diese Zeitschrift kaufte ich mir natürlich sofort, da war für den Spottpreis von 5 EUR (oder waren das damals gar nur 5 DM?), sogar noch eine CD dabei... So entdeckte ich weitere Acts aus der modernen Progressive-Rock-Szene, der Begriff "New Art Rock" war mit bald nicht mehr fremd... und ich endeckte einen Hinweis auf eine Internet-Community mit Mailingliste namens "progrock-dt". Von da war es nur noch ein kleiner Schritt zu den "babyblauen Seiten" und dem Bankrott meines Kontos...

Fazit:

Radioplay würde Bands schon helfen bekannt zu werden... selbst über eher "schlechte" Songs würde man vielleicht überhaupt auf sie aufmerksam.

Ansonsten hilft eben nur Werbung, Werbung, Werbung in der Zielgruppe, siehe Sampler-Verteilen am Yes-Konzert, eclipsed-Magazin... sonst bekommt halt niemand mit, was es so alles gibt

Aber das Problem des Kauf- und Zuschauer-Schwunds löst das wahrscheinlich auch nicht... :shock:

ThomK

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hans
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Beitrag von hans » Mo 3. Dez 2007, 21:56

thomk hat geschrieben:1983 habe ich dann "Owner Of A Lonely Heart" von Yes im Radio gehört und ich war hin und weg... bis heute einer meiner Lieblingssongs. Nach "90125" habe ich mir dann das "Yes Album" gekauft... huch, ganz andere Mucke, aber cool.
Das deckt sich ziemlich genau mit meinem Werdegang. Im Grunde ist Owner of a lonely Heart dafür verantwortlich, dass ich beim Prog gelandet bin. "Die wahren Yes-Fans" werden mich dafür steinigen, höhö.

Mir aber egal und ich find' auch Big generator absolut knorke!
hans

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Loeckchen
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Beitrag von Loeckchen » Mo 3. Dez 2007, 21:58

Mir aber egal und ich find' auch Big generator absolut knorke!

Yeah !

"I'm running" is one of my all time favourites.
If you find a needle, then pick it up, so you have all day a needle :-)


Melancholische, Progressive Rockmusik:

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hans
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Beitrag von hans » Mo 3. Dez 2007, 22:29

Als letzter Off-Topic-Yes-Beitrag noch kurz: 90125 ist bei weitem nicht angepasster 1983er-Mainstream, im Gegenteil. Man höre sich nur den Mix an. Zu dieser Zeit war alles voller Synth-Opulenz und Simmons-Drums. Jeder Snare-Schlag klang wie ne Pauke im Regen und hallte ca. 15 Sekunden nach, oder man verwendete diese ersten Drum-Machines, die eher nach einem nassen Furz als nach einer Snare klangen.

In diesen Moment knallte 90125 rein. Oft sind die Vocals völlig trocken, Hall dient nur als gelegentlicher Farbtupfer. Auch die Drums sind über weite Strecken voll entgegen des damaligen Trends relativ naturbelassen. Gitarren waren damals out, nicht aber auf 90125.

Dieses Album ist ein glückliches Zusammentreffen einiger damals hungriger und abenteuerlustiger Leute, vor allem Trevor Horn, Trevor Rabin, Chris Squire und Alan White. Die Wiederverpflichtung von Amsel Anderson macht das Teil unsterblich.

90125 war damals nichts anderes als progressive Rockmusik.

Findet
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Beitrag von quaoar » Mo 3. Dez 2007, 23:31

Einige SB Songs würden sich auch prima im Radio machen - All That's Left von der letzten Platte beispielsweise. Aber vermutlich hat InsideOut nicht das Geld, sich in die großen Stationen "einzukaufen".

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Brecher
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Beitrag von Brecher » Mo 3. Dez 2007, 23:49

quaoar hat geschrieben:Einige SB Songs würden sich auch prima im Radio machen - All That's Left von der letzten Platte beispielsweise. Aber vermutlich hat InsideOut nicht das Geld, sich in die großen Stationen "einzukaufen".
Womit sich hier der Kreis schließt und wir einige beeindruckende Dokumente unserer vom Hit zum Shit Theorie gefunden haben. Ja, es waren oft die Hits die uns den Eingang zum Prog öffneten.... :wink:

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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von Krijan » Do 28. Mai 2009, 22:15

bei mir wars ironischerweise so dass ich in einem ordner "geschickte icq-dateien" zufälligerweise die raubkopie eines dream theater-albums gefunden hab. da ich vorher noch garnicht mit prog in berührung gekommen war, mich aber "innerlich schon nach etwas anspruchsvolleren" sehnte, sagte mir das gleich zu. hab mir gleich ein album original geholt, das war vor ungefähr 1 1/2 jahren. seitdem bin ich quasi auf entdeckungsreise gegangen, richtung kaipa (was teilweise echt ein bisschen "zu" abgefahren ist), queensryche, symphony x (was teilweise einfach zu metal ist), pink floyd natürlich, einiges anderes, Porcupine Tree, mittlerweile bei neil morse angekommen, somit spock's beard, transatlantic... bin aber immernoch auf musikalischer findung^^ aber das ist wirklich genau meine richtung.
und so füllt und füllt sich die cd und dvd sammlung immer mehr... was mit einer raubkopie von dt begann sind jetzt alle alben, ep's, dvds, live cds, und bald auch alle bootlegs sowie (fast, ja tut mir leid^^) alle alben von spock's beard und transatlantic (mit meinem bruder zusammen, alleine würd ich das nicht schaffen :).

und die moral von der geschicht: raubkopien taugen doch was?
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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von Haschkeks » Fr 29. Mai 2009, 12:29

Wenn man die "If you like it, buy it"-Methode ernsthaft verfolgt würde ich das tatsächlich so unterschreiben.

Ich habe genug Bands "illegal" kennengelernt und bin dann entweder auf Konzerte gegangen, habe mir die Folgealben oder die Original-Alben gekauft. Insofern. Yup, sie haben schon auch ihr Gutes.

Leider verfolgen relativ wenige Leute diese Philosophie.
Me? I'm just a lawnmower. You can tell me by the way I walk.
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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von HinnE » Fr 29. Mai 2009, 13:29

Krijan hat geschrieben:raubkopie eines dream theater-albums
Jaja, das gute "A Sort of Homecoming"... [klugscheißmodus] Ist übrigens kein Album, sondern eher eine Fanclub-CD :D [/klugscheißmodus]


Wir vermieten zuhause Proberäume an Bands, von denen auch eine progressive Musik macht (nämlich die schon anderswo angesprochene Gruppe namens Oceanmachine ;-) ). Manchmal setze ich mich dann dazu und höre zu und weil sie auch DT-Fans sind habe ich mir gedacht hörste mal rein. Freund bescheit gesagt und 2 Tage später hatte ich A Sort of Homecoming auf dem mp3-player :P
Ab hier könnt ihr eigentlich bei Krijan weiterlesen...

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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von Piefke » Fr 29. Mai 2009, 13:47

HinnE hat geschrieben:bescheit
ist ein weniger gutes Holzstück für den Kamin, richtig?

Piefke, hat Sekt getrunken ... :ugly:

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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von Genesis » Fr 29. Mai 2009, 14:07

Hups, das ich hier noch nicht geschrieben habe???

Also bei mir war es die wohl typische Genesis-Schiene. Mitte der 80er auf PC gekommen (besonders durch Miami Vice, In the air tonight), dann irgendwann mal mitbekommen das PC noch mit einer Band Namens Genesis musiziert. Dann wurde es wieder etwas ruhiger, aber dann kam 1991 We can't dance und weiter ging. Ein Cousin hatte eine Best of von Genesis (die mit Studio und Live Aufnahmen, also diese hier http://cgi.ebay.de/Genesis---Turn-It-On ... dZViewItem) Und da wurden da so Perlen wir firth of fifth bestaunt. Dazu hatten die Eltern meines Cousin damals Premiere und so hat er mir damals noch das Knebworth Konzert auf Video aufgezeichnet. Und so ging es dann weiter, Alte Alben gekauft, mittlerweile den Meister kennengelernt (Secret World Live) Mike and the Mechanics waren eh Pflicht und irgendwann kam dann noch ein wenig Hackett Zeugs dazu, aber alles nach dem Debut-Album war nie mehr so gut. Und nach und nach hörte man mehr con diesem Zeugs, SB Day for Night im Media Markt gesehen und mitgenommen. Hatte da ein Interview vom Nick im Hinterkopf, was er damals im Fanclub Heft des Genesis Fanclubs gedruckt war (damals war noch nix mit Internet) Und so ging es dann immer weiter...

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Rolander
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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von Rolander » Sa 30. Mai 2009, 14:41

Mannoman, ein Thread von 2007, den ich erst jetzt entdecke. Ich muss sagen, die halbe Stunde, die ich mir täglich für TheBearded reserviert habe, reicht offenbar längst nicht, um überall mitreden zu können.

Meine Begegnung mit dem Prog war schon in den Siebzigern. Die erste Platte, die ich wenigstens ansatzweise in die Richtung einordne, war Aqualung von Jethro Tull. Da ich aus dem Folkrock-Lager kam, gefiel sie mir sehr gut und bereitete mich vor auf das proggigste Werk von Ian Anderson, nämlich "Thick as a Brick", das jahrelang mein Favorit war, bis... ich eines Tages das Radio anmachte (SWF3 - Popshop) und Close to the Edge von Yes in voller Länge hörte. Das hat mich schier umgehauen, und ich habe mir die Platte sofort gekauft. Seitdem bin ich Yes-Fan. Später kamen Pink Floyd, King Crimson, eine Prise Gentle Giant und Genesis dazu. Das war es aber dann auch. Denn kurz danach war der Prog niedergewalzt vom aufkommenden Punk und später dem Disco und dem Elecropop, denen ich nichts abgewinnen konnte. Von da an wurde ich für lange Zeit zum Musikverweigerer. Wenn es hochkam, kaufte ich mir zwei bis drei LPs bzw. CDs pro Jahr. Die späten Alben von Yes und Genesis gefielen mir nicht mehr und die einzige Neuentdeckung, nämlich DT reichte interessemäßig nur für den Kauf einer CD.

Den zweiten Prog-Frühling erlebte ich, als ich in einer Musikerzeitschrift eine Kritik von Snow las, in der Spock's Beard - von denen ich nie etwas gehört hatte - als legitime Nachfolger von Yes bezeichnet wurden. Also kaufte ich mir Snow, und das hat mich schier umgeblasen. Natürlich habe ich gleich im Internet über die Gruppe mit dem seltsamen Namen recherchiert und stieß dabei auf unser Forum, das seitdem meine virtuelle Heimat geworden ist. Und hier habe ich dann noch viele andere Bands entdeckt und gemerkt, dass der tot gewähnte Prog wieder auferstanden ist. War das eine Freude!

Edith meckert: Du hast vergessen, Saga zu erwähnen. Gut sie hat Recht, ich mochte die Gruppe, aber irgendwie habe ich sie nie dem Prog zugeordnet, ebenso wenig wie Marillion.

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cozwei
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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von cozwei » Sa 30. Mai 2009, 15:50

Als Jg. 58 hab ich so mit 11,12 - also pünktlich zum Beginn der 70er - angefangen in die Musikwelt einzutauchen.
Prog war dabei nur eine Sparte unter vielen (Rock a la Santana, Bluesrock a la R. Gallagher, Westcoast a la CSNY).

Meine frühesten Erinnerungen sind: Eine Beatclub-Aufzeichnung der frühen Jethro Tull und (wohl meine erste Prog-Pladde) "Emerson, Lake & Palmer" (die mit Lucky Man).
Weitere Erstkäufe im Prog-Bereich waren dann "Nursery Cryme" und "Thick as a Brick".
Ein guter Freund machte mich dann bekannt mit Caravan ("Waterloo Lily" und "For Girls who grow plumb in the Night"), Camel ("Moonmadness") und Oldfield ("Ommadawn").
So ca. 30 Platten sind mir Ende der 70er in der Sammlung und im Hören lieb geworden und geblieben

Aber ich war nie ein Prog-Besessener oder umfassender Kenner.
Yes hab ich Mitte der Siebziger mal probiert mit "Tales" und es hat bei mir überhaupt nicht gezündet.
Gentle Giant und King Crimson ebenfalls.
Pink Floyd fand ich auch nicht knallermäßig.
LLdoB war mir damals viel zu unromantisch.
Tull waren in den 70ern mein einziges Prog-Konzert.

In den 80ern und 90ern hab ich eigentlich nur noch GENESIS (die ja auch vom Prog wegkamen) verfolgt.

Seit ein paar Jahren sind es bei mir SB/N.M. und die Flokis, die mein Herz richtig gewonnen haben.
Und n bisschen was drum rum kenn/hab ich in Einzelstücken: IQ, Tangent, Magic Pie, Glasshammer ...
YES habe ich in nem Fieberschub komplett nachentdeckt.
Porcupine Tree hab ich, hör ich aber seit gefühlten 1 1/2 Jahren garnicht mehr.
DT und alles Prog-Metallige sagt mit garnienix :wink:
Und derzeit ist meine Lust, mit Kollege Relayer im Nachbarzimmer unseres Altenheims dieses ganze komische Zeugs, was der immer anschleppt und durchnudelt, zu hören, gen Null. :lol:

cozwei
Zuletzt geändert von cozwei am Sa 30. Mai 2009, 15:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Brecher
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Re:

Beitrag von Brecher » Sa 30. Mai 2009, 15:51

hans hat geschrieben:Als letzter Off-Topic-Yes-Beitrag noch kurz: 90125 ist bei weitem nicht angepasster 1983er-Mainstream, im Gegenteil. Man höre sich nur den Mix an. Zu dieser Zeit war alles voller Synth-Opulenz und Simmons-Drums. Jeder Snare-Schlag klang wie ne Pauke im Regen und hallte ca. 15 Sekunden nach, oder man verwendete diese ersten Drum-Machines, die eher nach einem nassen Furz als nach einer Snare klangen.

In diesen Moment knallte 90125 rein. Oft sind die Vocals völlig trocken, Hall dient nur als gelegentlicher Farbtupfer. Auch die Drums sind über weite Strecken voll entgegen des damaligen Trends relativ naturbelassen.
hans
Hm. Also ganz so habe ich das damals nicht empfunden. Ich hatte eine Cassette auf der war "Owner of a lonely heart" und direkt danach kam "Putting on the ritz" von Watweißich. War n großer Hit zu der Zeit. Und soundmäßig haben die Dinger irjenswie zusammen gepasst. Muß direkt mal auf YT schauen.
Wie ich zum Prog gekommen bin schrieb ich ja bereits. Hier nun eine kleine Fortsetzung: Seitdem ich Anno 81 von Genesis infiziert war versuchte ich immer progmäßig am Ball zu bleiben. Es wurde allerdings immer dünner. In den 80ern hielt ich mich mit Marillion, Twelfth Night und vor allem It Bites über Wasser. Die wandten sich aber 90 eher dem schnöden Hardrock zu, Marillion trennte sich vom Fisc...äh Fish, Pendragon fand ich damals schxxxxe. Ein Lichtblick war dann DT die ich während eines Seminars kennenlernte. Ein Seminarteilnehmer hatte die erste DT dabei und meinte die hätten einen neuen Musikstil kreeirt. Ich lachte und machte ihn mit Yes und Genesis bekannt....
Bis Ende der 90er entstand dann ein kleines Progloch in meiner musikalischen Biografie. Doch das neue Jahrtausend schenkte mir eine neue Band die ich auf einem Progsampler eines Mitmusikers entdeckte. Beim Barte des Vulkaniers: Prog lebt!
Ich finde seit Mitte der Neunziger hat sich Progmäßig einiges getan. Heute kann man ne Menge vielseitigen, zeitgemäßen Prog hören. Und so erhebe ich mein Glas und rufe in die Runde:
"Keep on proggin"-Prost!

Edith meint das sich Putting on the ritz (übr.v.Taco)und Ooalh soundmäßig gar nicht ähneln. Mal abgesehen von den "seltsamen Einlagen"(schönen Gruß vom Orthopäden) bei Ooalh.
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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von Relayer » Sa 30. Mai 2009, 17:01

cozwei hat geschrieben:Und derzeit ist meine Lust, mit Kollege Relayer im Nachbarzimmer unseres Altenheims dieses ganze komische Zeugs, was der immer anschleppt und durchnudelt, zu hören, gen Null. :lol:
cozwei
Höhö, isschonklar, lieber Kollege. Macht aber auch nix :wink:
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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von The_Water » So 7. Jun 2009, 11:26

Ähm... warum werde ich da auf Seite 1 eigentlich als Gast angezeigt? Wundert mich grade...
"Den roten Faden der Arbeit bildet Octavarium." (zitiert nach BF ;))

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madness
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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von madness » Mo 2. Nov 2009, 23:24

zum thema:
angefangen hab ich eigentlich mehr mit hard rock/metal und bands wie iron maiden, helloween, judas priest, megadeth und ac/dc.
irgendwann so 1990/91 bin ich mal auf queensryche's operation:mindcrime gestoßen und war, obwohl ich es nicht direkt als prog anerkannt habe, hin und weg. das mit dem prog kam dann irgendwann um 1993 rum, als mich mein damaliger gitarrenlehrer auf dream theater's images & words aufmerksam machte. von da an hab ich mir jede platte von dt gekauft und war auf fast jeder tour (und hab mich im gitarrenunterricht damit rumgeschlagen, petrucci-soli nachzuspielen). die entdeckung anderer prog-bands kam so nach und nach.
auf spock's beard bin ich erst 1998 gestoßen, als mouth of madness auf einem rockhard-sampler erschien. daraufhin hab ich mir the beard is out there gekauft und war zwar angetan, aber hab die platte 'ne zeit lang liegen gelassen. 2000 hab ich sie dann als support-act von dt wiedergesehen und war auch auf einem konzert der V-tour, doch das wirkliche entdecken dieser band entwickelte sich erst in den letzten 5 jahren, in denen ich mir nach und nach sämtliche platten dieser wunderbaren band zulegte und auch zu konzerten ging. nebenbei entdeckte ich transatlantic, die flower kings, fates warning, planet x, neal morse (solo), yes, die alten genesis und einige mehr. das schöne ist eigentlich, dass ich immer noch auf entdeckungsreise bin und viele der oben in anderen beiträgen genannten bands kennenlernen kann. prog-land, ich komme...

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Re: Wie seid ihr zum Prog gekommen?

Beitrag von Brecher » Di 3. Nov 2009, 00:12

Auf Deinem Avatar ist übrigens eine Mumu und ein Phallus zu sehen...... :wink: :mrgreen:
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